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Schuldgefühle, Scham, Angst

Wenn Jugendliche psychische Probleme haben, leiden die Eltern mit. Sorgen und Schuldgefühle gehören fast zwangsläufig dazu, wenn das eigene Kind in eine Krise gerät. Akzeptieren Sie diese Gefühle – und blicken Sie in die Zukunft!

Gerade im Jugendalter kann es vorkommen, dass sich aus einer vorübergehenden Krise eine schwere psychische Störung entwickelt.

Als Eltern machen Sie sich verständlicherweise Sorgen, fragen sich, was Sie falsch gemacht haben, dass es soweit hat kommen können. Sie fühlen sich für die Probleme Ihrer Kinder verantwortlich und zweifeln an Ihrer Erziehung.

Vielleicht haben Sie bereits Ratgeber studiert oder Tipps von Freunden und Bekannten erhalten. Doch das half nicht zu verhindern, dass Ihr Kind in eine Depression, eine Essstörung oder in eine aggressive Verhaltensstörung abgerutscht ist.

Vielleicht schämen Sie sich für das Verhalten Ihres Kindes, möchten am liebsten die Mutter- oder Vaterschaft abgeben. Oder Sie befürchten einen unaufhaltsamen Negativ-Strudel von Problemen, die auf Sie und Ihr Kind zukommen. Sie sehen die Jugendpsychiatrie, Polizei, Behörden auf Sie zukommen und befürchten, dass Ihr Kind nie den Tritt ins Leben finden wird.

Angst und Schuldgefühle sind normal

Wenn ein Jugendlicher in eine Krise gerät, sind Sorgen, Scham und Schuldgefühle bei den Eltern normal. Als Eltern haben Sie alles Mögliche für Ihr Kind getan, haben über Jahre vielleicht den grössten Teil Ihrer Zeit und Energie eingesetzt, damit sich Ihr Kind gut entwickelt.

Wenn es trotz Ihrer Bemühungen nicht rund läuft, wenn sich Probleme häufen, ist dies für Eltern eine grosse Belastung und führt dazu, dass sie die eigenen Fähigkeiten in Frage stellen. Akzeptieren Sie diese Gefühle, sie gehören zur Krise dazu.

Lösungs- statt Ursachensuche

Versuchen Sie in solchen Momenten weniger zurück als vielmehr vorwärts zu schauen. Fragen Sie sich nicht, was Sie oder was sonst jemand falsch gemacht hat, dass Ihr Jugendlicher jetzt solche Probleme hat. Versuchen Sie die aktuelle Situation so zu nehmen, wie sie ist. Niemand kann die Zeit zurückdrehen.

Warum jemand eine psychische Störung hat, weiss man nicht. Verschiedene Ursachen können eine Rolle spielen. Fakt ist, die menschliche Entwicklung ist komplex und voller Rätsel. Anstatt sich über mögliche Ursachen den Kopf zu zerbrechen, versuchen Sie vielmehr Lösungen zu finden.

Was könnte Ihnen jetzt weiterhelfen? Mit wem können Sie sich austauschen? Wo Rat holen? Welche Unterstützungsangebote gibt es?

Versuchen Sie auch mit Ihrem Kind das Gespräch zu suchen und vorwärts zu schauen. Machen Sie Ihrem Sohn / Ihrer Tochter keine Vorwürfe, Teens ertragen Vorwürfe ausgesprochen schlecht! Und besonders in der Krise benötigen sie Halt und Verständnis und nicht noch mehr Belastung durch die Eltern.

In manchen Fällen ist die Unterstützung durch eine Drittperson nötig, da Jugendliche ihre Probleme häufig nicht mit den Eltern besprechen möchten. Auch das ist völlig normal. Suchen Sie sich also Hilfe, schauen Sie vorwärts und akzeptieren Sie Ihre Sorgen und Schuldgefühle. Anderen Eltern in einer ähnlichen Situation geht es genauso.

 
Patronat
IKS - Institut Kinderseele Schweiz
Autor/-in
Corsin Bischoff
Monika Alessi
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