Vorurteile, Herkunft und Gewalt
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Warum haben wir Vorurteile?
Wir alle haben Vorurteile. Sie helfen zu entscheiden - ohne lang zu überlegen - ob man etwas vermeiden soll oder ob man sich sicher fühlen kann. Eigentlich eine gute Sache! Leider stimmen die Vorurteile oft nicht und können so zu Diskriminierung und Ausgrenzung führen.
Weshalb haben wir eigentlich Vorurteile? Wenn ein Baby zur Welt kommt, hat es noch keine. Es lernt eine Welt kennen, die ihm völlig fremd vorkommt und versucht, sie sinnvoll zu ordnen. Stell dir vor, du würdest mit einer Zeitmaschine ins Mittelalter fliegen. Was würdest du sehen? Ritter auf Rössern, ungeteerte Strassen, komische Kleider usw. Alles würde anders wirken - und bedrohlich.
So ähnlich ist es, wenn man aufwächst. Die Welt ist komplex und schwierig zu verstehen. Aber unser Gehirn hat eine Lösung gefunden, um mit dieser Komplexität umzugehen: die Vorurteile. Alles, was man über eine bestimmte Gruppe in Gesprächen, Märchen oder Witzen hört, in der Zeitung liest oder im Alltag erlebt, wird als buchstäbliches Protokoll gespeichert, wie auf einer CD. Sie bildet die Grundlage für unsere Vorurteile.
Wir alle haben solche Vorurteile – das ist nichts Schlimmes. Es ist nicht unsere Schuld. Aber wir sollten den Vorurteilen auch nicht einfach so Glauben schenken, dafür sind sie viel zu ungenau – und häufig falsch. Aber leider lässt sich eine CD nicht so einfach löschen: Wenn uns der Film nicht mehr gefällt, bleibt er trotzdem gespeichert.
