Nimmt Gewalt zu?
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Anzeigen-, Urteils- und Opferhilfestatistik
Wie findest du heraus, wie viele Gewalttaten in der Schweiz stattgefunden haben, z.B. wenn du zum Thema einen Aufsatz schreiben müsstest?
Mit der Anzeigenstatistik, mit der Urteilsstatistik und mit der Opferhilfestatistik.
Anzeigenstatistik
Wenn jemand bei der Polizei eine Anzeige erstattet, wird der Gewaltvorfall in der Anzeigenstatistik gezählt. Du erkennst das Problem: Delikte, die nicht angezeigt werden, werden nicht erfasst.
Urteilsstatistik
In dieser Statistik erfasst die Justiz die gefällten Urteile. Willst du wissen, wie viele Leute z.B. wegen einer zugefügten Körperverletzung ins Gefängnis gehen mussten, wirst du mit der Urteilsstatistik fündig.
Opferhilfestatistik
Wie viele Opfer während einem Jahr von kantonalen Opferhilfestellen betreut wurden, erfährst du mit der Opferhilfestatistik. Diese Zahlen weichen von jenen der Anzeigen- und Urteilstatistik ab. Der Grund: Nicht alle, die von einer Opferhilfestelle betreut werden, erstatten eine Anzeige.
Hellfeld und Dunkelfeld
Erkennst du, welcher gemeinsame Nenner die drei Statistiken haben? Es werden nur Fälle erfasst, die angezeigt oder verurteilt wurden oder bei denen das Opfer Hilfe gesucht hat (das sogenannte „Hellfeld“). Alle anderen Fälle werden nicht erfasst, sie sind weitgehend unbekannt und deswegen spricht man vom „Dunkelfeld“. Dieses Dunkelfeld dürfte wahrscheinlich sehr gross sein...
In der kriminologischen Forschung spricht man in diesem Zusammenhang von einer Filterung der Kriminalstatistiken (Mehr). Der Filterungsprozess lässt sich in Form eines Trichters darstellen. Wie viele Straftaten begangen werden, ist unbekannt. Was die Behörden erfassen, sind die polizeilich bekannt gewordenen Straftaten, die aufgeklärten Straftaten (nicht bei allen angezeigten Delikten kann die Täterschaft ermittelt werden) und die Verurteilungen (nicht alle Täter werden verurteilt). Fazit: Von 5 Stufen werden von den Behörden drei Stufen erfasst.
