Nimmt Gewalt zu?

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Unbekannten Gewalttaten auf die Spur kommen

Es gibt Delikte, die nicht angezeigt werden. Aus diesem Grund erscheinen sie in keiner offiziellen Statistik. Man spricht vom Dunkelfeld. Wie häufig kommen diese „offiziell unbekannten“ Gewalttaten vor?

Um offiziell unbekannten Gewalttaten auf die Spur zu kommen, werden Umfragen durchgeführt: z.B. die Rekrutenbefragung von 1997, bei der mehr als 20’000 junge Männer über die begangenen und erlittenen Delikte schriftlich befragt wurden oder die Schülerbefragungen im Kanton Zürich (1999, 2007) und St. Gallen (2009).

Diese Umfragen sind von grosser Bedeutung, um besser zu verstehen, wie häufig Gewalttaten vorkommen. Aber sie haben auch ihre Grenzen. Beispiel: In einer Umfrage wurden 2‘553 Schüler/-innen im Kanton Zürich zum Thema Gewalt befragt. Hätten die Jugendlichen im Kanton Bern oder Genf diese Fragen ähnlich beantwortet? Wir wissen es nicht. Und somit wissen wir nicht, ob die Ergebnisse der Zürcher Jugendlichen auch für die Jugendlichen aus anderen Kantonen zutreffen.

Hilfreich wäre es auch, wenn die gleiche Umfrage regelmässig wiederholt wird, z.B. alle vier Jahre. So wäre es einfacher herauszufinden, ob z.B. körperliche Angriffe, Beleidigungen oder Raub mit der Zeit zu- oder abnehmen. Nur die Schülerbefragung im Kanton Zürich wurde zwei Mal durchgeführt. Somit lassen sich mindestens für die Schüler/-innen im Kanton Zürich für die Zeitperiode 1999-2007 mögliche Änderungen feststellen.

Fakt ist: Wir verfügen über relativ wenige Daten und alle Quellen haben ihre Vor- und Nachteile. Somit überrascht nicht, dass die Experten/-innen uneinig sind, ob Gewalt in der Schweiz ein wachsendes, gleichbleibendes oder abnehmendes Problem ist. Mehr dazu im nächsten Artikel...

 
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