Tricks der Tabakindustrie
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Lügen auch in der Schweiz: der Fall Rylander
Du wirst es vielleicht nicht glauben, aber auch in der Schweiz wurde die Gefährlichkeit des Passivrauchens von einem angesehenen Wissenschaftlicher verleugnet. Der Wissenschaftsbetrug ist als Fall Rylander bekannt.
Der angesehene Lungenspezialist Ragnar Rylander war Professor der Medizin an den Universitäten Genf und Göteborg. Wie zwei findige Genfer Präventionsfachleute herausfanden, arbeitete Rylander über 30 Jahre als wissenschaftlicher Berater für den Tabakkonzern Philip Morris. Rylander organisierte während dieser Zeit Fachtagungen und veröffentlichte Studien, welche die Schädlichkeit insbesondere des Passivrauchens leugneten. Als vermeintlich unabhängiger Professor und als Stimme der Wissenschaft wurden seine Argumente gehört und ernst genommen.
Die Aufdeckung der Verbindungen des schwedischen Professors zur Tabakindustrie ist Dr. Jean-Charles Rielle und Pascal Diethelm zu verdanken. Sie beschuldigten den respektierten Professor im März 2001 öffentlich des Wissenschaftsbetruges. Doch so einfach gab sich Rylander nicht geschlagen. Er reichte gegen die zwei Präventionsfachleute Klage ein wegen übler Nachrede. Mit Beharrlichkeit und Ausdauer dokumentierten Diethelm und Rielle die vielfältigen Beziehungen zwischen dem Professor und dem Tabakkonzern. Vor Gericht konnten sie ihre Beweise lückenlos aufzeigen und wurden im Dezember 2003 vom Vorwurf der Verleumdung freigesprochen. Rylander musste die Kosten des Prozesses übernehmen.
