Brave Mädchen, böse Buben?

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Opfer oder Mann?

«Männer haben's schwer, nehmen's leicht, aussen hart und innen ganz weich, werden als Kind schon auf Mann geeicht. Wann ist ein Mann ein Mann?», so singt Herbert Grönemeyer. Ist ein Mann noch ein Mann, wenn er zum Opfer wird?

Ein Junge muss stark sein, ein Junge weint nicht,... dieses Klischee zeigt, was von Jungen in unserer Gesellschaft erwartet wird - und was eben nicht. Und so nehmen wir denn auch diese Seiten an Jungs viel schneller wahr: die aggressiven, aktiven, Jungs in der Rolle als Handelnder, als Täter. Wenn von Knaben in Gewaltvorfällen berichtet wird, dann viel eher vom Knaben als Täter als vom Knaben als Opfer.

Opfersein wird mit weiblich sein verknüpft. Männliche Opfer sind ein Tabu, darüber spricht man nicht. Jungs werden dazu erzogen Stärke zu zeigen, sich zu wehren. Mit Gefühlen wie Angst, Hilflosigkeit und Ohnmacht umzugehen, haben viele nicht gelernt. Das erschwert es den betroffen Jungen den auch sich Hilfe zu holen, wenn sie zum Opfer werden. Sie schämen sich, weil sie denken, sie haben sich nicht oder nicht genug gewehrt.

Patronat
Autor/-in
Regina Jakob