Jugendgewalt ist selten

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War früher alles besser?

Über Jugendgewalt wird in der Öffentlichkeit und in der Politik heftig diskutiert und gestritten. Die einen meinen Gewalt habe es schon immer gegeben, die anderen behaupten, früher sei alles viel besser und die Jugend viel friedlicher gewesen.

Klare Beweise für eine Zunahme von Jugendgewalt gibt es keine: Einerseits zeigen Hellfeld-Statistiken, d.h. die offiziellen Statistiken der Polizei und der Jugendstrafurteile, eine Zunahme (mehr). Im Hellfeld sind alle Straftaten von Jugendlichen registriert, die entdeckt und angezeigt werden und somit amtlich bekannt sind. Die Zahlen für das Hellfeld gewinnt man aus den polizeilichen Statistiken und den Statistiken der Jugendstrafurteile. Diese  zeigen seit Beginn der 90er-Jahre eine deutliche Zunahme der Jugendgewalt.

Expert/-innen meinen aber, nicht die Gewalt habe zugenommen, sondern die Anzahl Anzeigen, die gemacht werden. Heute ist man viel eher bereit, jemanden anzuzeigen als früher. Ausserdem haben sich die Ermittlungsmethoden der Polizei verbessert und deshalb werden mehr Fälle aufgeklärt und mehr Täter/-innen aufgespürt. 

Anzeige- und Urteilsstatistiken (=Hellfeld) erfassen nur Straftaten, die amtlich bekannt sind. Ausserdem gibt es Gewaltformen (z.B. Mobbing, Ausgrenzung), die nicht strafrechtlich relevant sind, auch darüber vermitteln die Hellfeldstatistiken keine Informationen.

Dunkelfeldstudien (z.B. Befragungen in Schulen) andererseits zeigen keine merkliche Zunahme (mehr). Die Dunkelziffer, also die amtlich nicht erfasste Gewalt und Kriminalität, lässt sich nur durch Dunkelfeldforschung abschätzen. Zum Beispiel durch schriftliche Schülerbefragungen in Schulklassen oder durch Telefoninterviews. Laut Befragungen von Opfern und von Täter/-innen ist die Verbreitung von Gewalterfahrung seit 1999 nicht merklich gestiegen.

Leider werden Dunkelfeldforschungen in der Schweiz nur unregelmässig durchgeführt und die Ergebnisse lassen sich nicht für alle Jugendlichen verallgemeinern.

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