Leistungssport

Inhalt

Erhöhte gesundheitliche Risiken

Essstörungen haben schwere körperliche und seelische Schäden zur Folge. Wenn Menschen mit Essstörungen zusätzlich noch exzessiv Sport treiben, ist das für ihre Gesundheit doppelt schädlich.

Sportler/innen mit Essstörungen haben gegenüber gesunden Sportlern/innen stark erhöhte gesundheitliche Risiken.

Ihr Herz wird schwächer und schlägt zum Beispiel mit der Zeit nicht mehr regelmässig (so genannte „Herzrhythmusstörung“). Es kann sogar so weit kommen, dass ihr Herz ganz stehen bleibt, was den Tod zur Folge haben kann.

Auch das Risiko für ungenügenden Knochenaufbau, Ermüdungsbrüche sowie Knochen- und Muskelschwund ist bei Sportlern/innen mit Essstörungen erhöht. Bei Knochenschwund werden die Knochen schneller verletzbar und können schon bei leichtem Druck brechen. Weitere Details hier... Bei der Normalbevölkerung werden Knochen bis zum Alter von etwa 25 Jahren aufgebaut. Körperliche Aktivität fördert den Knochenaufbau, so dass die Knochenaufbauphase bei Sportlern/innen möglicherweise ein paar Jahre verlängert werden kann.

Ausdauersportler/innen sind jedoch häufig im Spitzensport aktiv, bis sie etwa 30-35 Jahre alt sind – manchmal auch darüber hinaus.

Wenn sie unter einer Essstörung leiden und der Knochenabbauprozess damit erhöht wird, kann dies nicht mehr kompensiert werden und ihre Knochensubstanz kann schnell einmal derjenigen eines 70- bis 80-jährigen Menschen entsprechen.

Kunstturner/innen beenden ihre Karriere im Spitzensport hingegen oftmals früher als Ausdauersportler/innen. Wenn ein/e Kunstturner/in, der/die an einer Essstörung leidet, sich vor dem Alter von 20 Jahren davon befreien kann, besteht deshalb eine gute Chance, dass er/sie seine/ihre mangelhaft aufgebaute Knochensubstanz nach dem Ende seiner/ihrer sportlichen Karriere noch ein paar Jahre weiter aufbauen kann.

Bei Sportlerinnen mit Essstörungen verlängern sich zudem die Abstände zwischen den Menstruationsblutungen (normalerweise betragen die Abstände ca. 4 Wochen). Irgendwann setzt die Mens bei ihnen ganz aus. Bei jungen Sportlerinnen, die an einer Essstörung leiden und noch keine Menstruationsblutungen haben, setzt die Mens manchmal erst weit nach dem Alter von 16 Jahren ein.