Aus dem Leben

Inhalt

Saufen, Kiffen, Rauchen

Es war so, ich hatte eine starke Rebellenphase. Ich wollte nicht so sein wie die anderen.

Und dann war ich einfach immer im Stress zu schauen, wie sind die anderen, wie will ich nicht sein?

Daniela

In der SEK haben viele geraucht, und ich habe genau nicht geraucht. Von meiner Schwester war das Bild verbreitet, weil sie eine starke Anti-Raucherin ist: Familie Zimmermann raucht nicht. Und da ist das für mich zum Stress geworden, weil ich das Bild loswerden wollte. Familie Zimmermann ist brav, raucht nicht, dass ist für mich zum Stress geworden. Das konnte ich nicht mehr vertragen, und dann hat’s gekippt, und ich hab angefangen zu rauchen, also, ich hab nicht regelmässig geraucht, war Gelegenheitsraucherin - ich habe geraucht, nur um das Bild zu zerbrechen.

Ich hatte eine Zeit, wo ich sehr unsicher war, wo ich mich total infrage gestellt habe. Ich hab mich gehasst aufs Tiefste. In der Zeit habe ich auch viel getrunken. Im Ausgang habe ich mich auch nicht sehr wohl gefühlt, weil ich überhaupt nicht mit mir zufrieden war. Das habe ich dann mit Alkohol überspielt, weil man damit einfach Hemmungen verliert, dann ist es gleich, ob man unsicher ist oder nicht, dann ist man einfach. Das war eine Zeit, wo ich sehr unsicher war, und das gerade im Ausgang mit Alkohol überspielt habe.

Tamara

Ja, ich möchte es weit bringen im Fussball. Wenn ich jetzt trinken und rauchen würde, dann wäre das sicher ungesund für meinen Körper. In meiner Klasse gehen sie jeden Freitag in den Ausgang. Da sind alle dabei, nur ich nicht. Die rauchen und saufen. Als ich das entdeckt habe, habe ich mich gefragt: In welcher Klasse bin ich da eigentlich? Was mache ich in dieser Klasse? Ich gehöre ja gar nicht dazu.

Miriam

Ich kenne viele Leute, die rauchen. Es ist zum Teil krass, wenn ich denke, was bei denen in der Lunge passiert. Ich habe Bilder gesehen, wie das aussieht. Seitdem sage ich: Nein, nie mehr. Ich habe auch schon einen Zug genommen, aber nein. Ich gehe auch nicht in einen Raum, wo viele Leute rauchen, ich kann das nicht, ich halte das nicht aus. Ich muss rausgehen. 

Es gibt viele Leute, die trinken. Aber ich bin in einer Gruppe, wo nicht getrunken wird. Jungen sind eher die Typen, die trinken, wenn sie Probleme haben. Wenn sie trinken, fühlen sie sich stärker, eher als Mann. Sie finden das eine tolle Leistung. Ich komme gut mit Jungs aus, und die sagen mir, dass sie das machen. Dann hab ich ihnen aber auch schon gesagt: Macht das doch nicht, redet doch lieber mit euren Kollegen über die Probleme. Aber Jungen können nicht mit ihren Kollegen über ihre Probleme reden. Die sind nicht so wie Mädchen.

Alice

Ich hab die Leute immer kiffen gesehen, und ich wollte das auch mal probieren. Ich hab gedacht, ich will jetzt auch mal kiffen, will auch mal rauchen, das ist doch cool. Nicht, dass mir jemand gesagt hat, das ist uncool, wenn du nicht rauchst. Ich wollte das. Ich hab’s cool gefunden mit einer Zigarette in der Hand. Ja, dann hab ich richtig angefangen zu rauchen und Zigaretten zu kaufen. Und dann hab ich irgendwann mal gefunden: Ich hab eine Handtasche mit einem Portemonnaie, einem Handy und einem Päckchen Zigaretten: Jetzt bin ich erwachsen! So ungefähr war das für mich. 

Der Reiz am Kiffen ist, nur schon sich zusammensetzen, einen joint drehen. Du hockst dich hin mit ein paar Kollegen, drehst einen joint… Dann irgendwann hab ich mehr gekifft, hab angefangen, Gras zu kaufen, allein zu kiffen, das hat mich beruhigt, das hat mich runtergeholt. Ich hab immer nur gedacht: Joint, joint, joint. Nach einem joint ist es mir gar nicht besser gegangen, aber ich hab wieder den nächsten gebraucht, und das war mein Leben: joint, next joint.

Ich bin dreimal zusammengebrochen, einmal auf der Strasse. Ich wollte eine Kollegin abholen, hatte allein einen joint geraucht. Ich bin mit dem Velo umgefallen, die Kollegin war neben mir, ich konnte nicht mehr stehen, mich nicht mehr bewegen, lag auf dem Trottoire, hab mich gekrümmt vor Schmerzen, hatte extreme Bauchschmerzen. Und dann lag ich zuhause lange auf dem Bett, hab mich gekrümmt vor Schmerzen. Meine Mutter ist dann gekommen und hat mir eine Tablette gebracht. Dann ist es wieder besser geworden, und ich habe gleich wieder einen joint geraucht. Es ist für mich eigentlich klar, wenn ich mal ein Kind habe, dann will ich nicht mehr kiffen.

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