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Das Recht auf Freizeit, Spiel und Erholung

Aliyah und ihre Brüder

Aliyah (13) kommt von der Schule zurück. Sobald sie zu Hause ist, muss sie mit der Mutter das Abendessen vorbereiten. Ihre Brüder kommen später, weil sie einen wichtigen Fussballmatch haben. Wenn das Abendessen bereit ist, trifft sich die ganze Familie für die Mahlzeit.

Danach muss Aliyah den Tisch ab- und die Spülmaschine einräumen und der Mutter noch ein bisschen im Haushalt helfen. In der Zwischenzeit schaut der Vater TV und die Brüder gamen noch ein bisschen vor dem Computer. Endlich findet Aliyah Zeit, die Hausaufgaben zu erledigen. Morgen ist eine wichtige Prüfung und sie will gut vorbereitet sein. So endet der anstrengende Tag.

Das Recht auf Erholung

Dürfen die Eltern von Aliyah von ihr verlangen, dass sie im Haushalt hilft? Das Recht dazu haben sie. Sie dürfen aber nicht verlangen, dass Aliyah nur arbeitet und auf jede Erholung oder Spielmöglichkeit verzichtet.

Die Eltern dürfen ihren Kindern Aufgaben delegieren, sie sind dennoch auch verpflichtet, jedem Familienmitglied genügend Zeit für Erholung zu geben.

Im konkreten Fall könnten die Brüder und der Vater einige Aufgaben von Aliyah und von der Mutter übernehmen. Ja, auch von der Mutter! Auch die Mutter hat ein Recht auf Erholung und ist nicht die Dienerin der Familie.

In einigen Kulturen kommt vielleicht ein solcher Vorschlag nicht besonders gut an. Fakt ist aber, dass die Kinderrechte nicht nur in der Schweiz, sondern in fast allen Ländern der Welt gelten. Wie die Geschichte von Aliyah zeigt, gibt es gute Gründe dafür.

Sparmassnahmen und Rechte in einer Gemeinde

Auch Behörden haben Verpflichtungen in Bezug auf Freizeit, Spiel und Erholung Jugendlicher.

In einer Gemeinde hatte der Verwaltungsrat aus Spargründen entschieden, einen Sportplatz zu schliessen. Für die jungen Menschen in dieser Region war die Schliessung ein herber Schlag. Die Jugendlichen haben sich aber nicht entmutigen lassen. Sie haben sich organisiert, informiert, eine Strategie überlegt und sind gut vorbereitet zum Gemeindepräsident gegangen.

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Sie haben ihm gesagt, dass die von der Schweiz unterschriebene Kinderrechtskonvention bestimmte Rechte für Jugendliche vorzieht. Dazu gehört es, dass Behörden verpflichtet sind, für Jugendliche genügend Raum für Freizeit und Erholung zu schaffen.

Der Sportplatz blieb trotzdem zu. Ein paar Jahre später konnte dennoch ein neuer Sportplatz eröffnet werden, der Freizeitaktivitäten ermöglicht und weniger teuer ist.

Die Kinderrechte lassen sich oft auf verschiedene Ebenen anwenden: u.a. in der Familie, in der Schule oder in der Gemeinde. Das Recht auf Freizeit, Spiel und Erholung ist ein gutes Beispiel dazu.

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