Vorurteile

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Was sind Vorurteile?

Weil gewisse Gruppen von Ausländer/-innen bei Gewaltdelikten häufiger auffallen, sagt man, dass diese Kulturen gewalttätig seien. Doch das ist eine Verallgemeinerung, die nicht für alle stimmt - ein Vorurteil eben. Was sind Vorurteile? Und was lösen sie in uns aus?

Was ein Vorurteil ist, sagt das Wort selbst. Es ist ein Urteil, das über eine Person getroffen wird, bevor man sie kennt. Diese wird nicht negativ bewertet, weil sie etwas Schlechtes gesagt oder gemacht hat, sondern weil sie zu dieser Gruppe gehört, über die man ein Vorurteil hat.

Meistens sind Vorurteile negativ – aber nicht immer! Es ist auch ein Vorurteil, dass Mädchen in der Schule alle fleissig sind. Das ist keine schlechte Eigenschaft; aber man kann sie trotzdem als Vorwurf benutzen: Man ist dann plötzlich eine Streberin!

Vorurteile stecken alle Menschen, die ein bestimmtes Merkmal teilen - also z.B. alle Ausländer/-innen oder alle Jugendlichen - in eine Schublade. Alles andere wird ausgeblendet. Individuelle Stärken und positive Eigenschaften zählen nicht.

Wer mit einem Vorurteil konfrontiert wird, fühlt sich in der Regel verkannt und nicht ernst genommen. Man erlebt Feindseligkeit und Ausgrenzung. Manchmal bekommt man aufgrund von Vorurteilen keine Lehrstelle oder keine Wohnung - das nennt man Diskriminierung. Das alles ist schmerzhaft - und es macht ohnmächtig, wenn man merkt, dass die andere Person sich nicht von ihrer Einstellung abbringen lässt.

Auch wer Vorurteile hat, verliert etwas: die Möglichkeit, mit neuen Kulturen in Kontakt zu kommen und neue Freundschaften zu schliessen, die das Leben bereichern. Den Preis dafür bezahlen alle Betroffenen.

Patronat
Autor/-in
Andi Geu