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Du wirst jetzt eine Frau!

«Ist das normal, was da gerade mit mir passiert?» fragt sich Aimy (14), wenn sie sich in ihrer Klasse umschaut und sieht, dass Jana (14) deutlich grössere Brüste hat und Alina (13) viel grösser als sie ist. «Ja, das ist normal» ist die richtige Antwort, denn alle Mädchen sind verschieden.

Die Gene bestimmen den Fahrplan, das heisst wann welche Entwicklung beginnt und wie lang sie dauert. Manche körperlichen Veränderungen finden sehr schnell statt, andere brauchen mehr Zeit.

Wachstumsschub (zwischen 8 und 13 Jahren)

Irgendwann zwischen 8 und 13 Jahren erlebst du wahrscheinlich einen Wachstumsschub. Kopf, Hände, Füsse, Arme, Beine und Rumpf wachsen, und dies nicht unbedingt so, wie du es gerne hättest.

Viele Mädchen sind in dieser Phase nicht begeistert, wenn sie sich im Spiegel anschauen. Denke aber daran: «Es ist ein Wunder, was dein Körper alles leistet, um aus dir eine Frau zu machen». Auf deinen Körper kannst du stolz sein, auch wenn vielleicht noch nicht alles so aussieht, wie du es dir wünschst.

Wann und wie viel du wachsen wirst: Das entscheiden deine Gene, wobei du mit ausgewogener Ernährung (keine Diäten, wenn sie nicht medizinisch begründet sind!) und ausreichend Sport deinem Körper hilfst, sich besser zu entwickeln.

Brüste werden grösser (zwischen 9 und 17 Jahren)

Vor der Pubertät sind die Brüste flach. Dann beginnen irgendwann zwischen dem 9. und 17. Lebensjahr Fettgewebe und Milchdrüsen die Brüste zu bilden. Dazu färbt sich die Brustwarze dunkler. Wann dies alles passiert, wie schnell es geht, und welche definitive Form die Brüste haben werden, ist von Frau zu Frau unterschiedlich.

Brüste sind ein Thema, das viele Mädchen beschäftigt. Dazu die Antwort auf einige brisante Fragen:

  • Katja (14): «Warum sind meine Brustwarzen so empfindlich und tun manchmal weh?»
    Das ist so, weil die Brüste und die Milchdrüsen wachsen und alles ein bisschen angeschwollen ist. Mit kühlenden Salben lassen sich die Schmerzen lindern. Mit der Zeit werden die Schmerzen von allein verschwinden.

  • Mira (16): «Warum haben meine Brüste unterschiedliche Grössen?»
    Nicht nur die Brüste, sondern der ganze Körper ist nicht perfekt symmetrisch. Bei den Brüsten fällt dies mehr auf. Keine Sorge: Die unterschiedliche Grösse wird am Ende der Entwicklung so klein sein, dass man sie kaum oder nicht mehr merkt.

  • Michelle (15): «Wenn ich meine Brüste anfasse, fühle ich Knoten»
    Die angeschwollenen Milchdrüsen können sich während der Entwicklung knubbelig anfühlen. Brustkrebs ist dagegen in deinem Alter sehr unwahrscheinlich. Du kannst die Brüste jeweils nach der Periode abtasten und beobachten, ob sich die Knoten wieder zurückbilden. Bleibt ein Knoten über längere Zeit und wird sogar grösser, solltest du einen Frauenarzt aufsuchen. Meistens ist es so, dass vor der Periode mehr Knoten vorhanden sind und sich die Brust härter anfühlt als nach der Periode.

Geschlechtsorgane entwickeln sich und Haare wachsen

Zur Vulva gehören die inneren und äusseren Schamlippen, die Klitorisperle (Kitzler) und der Eingang der Scheide. Die Schamlippen können hell, rosafarbig, dunkelrot, bräunlich oder fast schwarz werden.

Während der Pubertät wachsen die inneren Schamlippen: Es ist möglich, dass sie mit der Zeit zwischen den äusseren Schamlippen hervorschauen. Es ist auch möglich, dass sie nicht gleich gross und dazu noch runzliger werden. Das ist normal und kein Grund, sich dafür zu schämen.

Weibliche Geschlechtsorgane

Weibliche Geschlechtsorgane
Quelle: Johnson & Johnson GmbH

Mit der Pubertät beginnen auch die Intimhaare zu wachsen. Am Anfang auf dem Venushügel und an den Aussenseiten der äusseren Schamlippen, mit der Zeit können sie sich bis zu den Innenseiten der Oberschenkel verbreiten, die volle Intimbehaarung ist etwa vier Jahre nach dem Einsetzen der ersten Regel vollendet.

Nicht nur im Intimbereich wachsen während der Pubertät Haare, sondern auch unter den Achseln, an den Armen und Beinen.

Ob du diese Haare entfernst, im Schambereich spricht man von «Intimrasur», ist allein deine Entscheidung. Wichtig ist nur, dass du dich in deinem Körper wohl fühlst.

Selbstbefriedigung

Selbstbefriedigung ist bei Mädchen ein bisschen weniger verbreitet als bei Knaben. Trotzdem: Etwa 75% der Mädchen tun es, und dies ein paar Mal pro Woche. Manche mehr, andere weniger, einige gar nicht. Du entscheidest selber, ob du das tun möchtest oder nicht.

Zervixschleim (Beginn zwischen dem 9. und 14. Lebensjahr)

Fast jedes Mädchen kennt ihn: Weisslich bis gelblich in unterschiedlicher Menge erscheint der Zervixschleim täglich (ausserhalb der Menstruationszeit) und hinterlässt kleine Flecken in der Unterwäsche. Nur falls der Schleim dunkel wird oder unangenehm riecht, sollte man eine Ärztin konsultieren.

Der Zervixschleim ist wichtig, denn er reinigt die Scheide, d.h. mit ihm werden Bakterien und Viren aus dem Körper abtransportiert. Weiter dient der Zervixschleim (beim Geschlechtsverkehr) dem Transport der Spermien in die Gebärmutter.

Menstruation (erste Periode zwischen dem 9. und 16. Lebensjahr)

Die erste Periode kommt bei wenigen Mädchen sogar vor dem 9. Lebensjahr vor. Falls du 17 bist und noch keine Menstruationen hast, empfehlen wir dir, den Frauenarzt oder die Frauenärztin zu besuchen.

Bei manchen Mädchen kündigt sich die Periode mit dem Weissfluss an. Es kann also sein, dass ein paar Monate vor deiner ersten Periode eine weisse Flüssigkeit aus der Scheide fliesst, das ist ganz normal.

Während 4 bis 7 Tagen verliert der Körper etwa 65 ml Blut (einen grossen Teil davon die ersten paar Tage). Der Zyklus wiederholt sich alle 21 bis 34 Tage, wobei bei jungen Frauen der Zyklus oft unregelmässig ist und nicht jedes Mal gleich lang dauert. Zudem können auch äussere Einflussfaktoren wie Stress den Zyklus unregelmässig machen. Es kann gut sein, dass es nach der ersten Periode vier Jahre dauert, bis der Zyklus regelmässig wird.

Schon 2 Wochen vor deiner ersten Regel kannst du Mutter werden. Ein Kind kann auch während der Regelblutung gezeugt werden. Zwar ist während der Menstruation eine Schwangerschaft nicht sehr wahrscheinlich, möglich ist sie trotzdem, weil Spermien mehrere Tage im Körper der Frau überleben. Aus diesem Grund: Um eine Schwangerschaft (sowie Geschlechtskrankheiten) zu verhindern, sollte ein Kondom bei sexuellen Begegnungen nicht fehlen.

Menstruationen können schmerzhaft sein, vor allem bei jüngeren Frauen ist dies oft der Fall: Dagegen hilft es, viel Wasser zu trinken, weniger Salz zu konsumieren (z.B. keine Chips und Pommes frites), Sport zu treiben oder sich ein warmes Bad zu gönnen. Du kannst dir auch eine warme Bettflasche auf den Bauch legen und Frauenmäntelitee trinken. Ältere Frauen oder das Fachpersonal in einer Apotheke können dir sicher noch mehr Tipps geben.

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Pickel, fettige Haare, Körpergeruch

Viele Hormone fliessen während der Pubertät in deinem Körper. Mögliche Folgen sind Akne, fettige Haare und ein ungewöhnlich starker Körpergeruch. Vielleicht schwitzest du auch mehr als früher. Diese eher unangenehmen Erscheinungen gehen irgendwann vorbei. Bis es soweit ist, hilft tägliches Waschen mit Wasser und mit einem milden Shampoo.

Willkommen in der Pubertät

Nicht unbedingt eine einfache, aber sicher eine spannende Entdeckungszeit. Versuche die Pubertät trotz Stimmungsschwankungen und Unsicherheiten ein bisschen zu geniessen, da sie in deinem Leben nur einmal stattfinden wird. Eine erwachsene Frau zu sein, hast du noch das ganze Leben Zeit.

Und wie sieht es mit den Jungs aus?

 
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