Herkunft und Vorurteile

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Es sind immer die Ausländer!

Wenn über Gewalt gesprochen wird, geht es oft um Migrant/-innen. Man sagt, sie seien gewalttätiger als die Einheimischen. Oft wird ihre Kultur als Grund dafür genannt. Aber gibt es wirklich gewalttätige Kulturen?

Die Statistik sagt uns, dass es tatsächlich Gruppen von (meist männlichen) Ausländern gibt, die überproportional häufig für Gewaltdelikte verurteilt werden. Die gleiche Statistik zeigt aber auch, dass über 95% - also die überwiegende Mehrzahl - der Ausländer/-innen nicht gewalttätig sind. Es ist also nicht so, dass gewisse Kulturen einfach gewalttätiger sind als andere.

Warum stehen Ausländer/-innen dann trotzdem häufiger wegen Gewalttaten im Rampenlicht als Einheimische? Es gibt dafür viele Erklärungen: Was auffällt ist, dass es sich dabei vor allem um Personen handelt, die aus Regionen und Ländern kommen, die hier nicht beliebt sind und stärker diskriminiert und ausgegrenzt werden. Wer diskriminiert wird, neigt eher dazu, mit Gewalt zu reagieren, als wer von der Gesellschaft akzeptiert wird. Zudem kommt es vor, dass diese Personen eher einen tiefen Bildungsgrad aufweisen und deshalb schlechte Perspektiven haben, eine befriedigende Stelle zu finden. Fehlende Perspektiven können Gewalt ebenfalls begünstigen.

Doch selbst bei jenen, die ausgegrenzt werden und einen tiefen Bildungsgrad aufweisen, lebt immer noch die grosse Mehrheit ganz friedlich mitten unter uns.

Dass gewisse Kulturen einfach gewalttätiger sind als andere, ist ein Vorurteil. Es gibt immer mehrere Gründe (und nicht nur einen!), die dazu führen, dass jemand gewalttätig wird.