Herkunft und Vorurteile

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Wann kommen Vorurteile ins Spiel?

Eigentlich wissen wir, dass Vorurteile zu allgemein sind. Nicht alle Schweizer/-innen sind „bünzlig“. Nicht alle Ausländer/-innen sind gewalttätig. Und doch gibt es diese Momente, in denen uns der Gedanke durch den Kopf schiesst: „Typisch ...!“ Warum nur?

Unser Gehirn speichert die Informationen über bestimmte Gruppen wie auf einer Speicherkarte. Diese Informationen sind aber häufig nicht sachlich und präzis, sondern fokussieren eher, was von dieser Gruppe auffällt und stört. Hört oder liest man über eine Gruppe immer die gleiche Botschaft, fühlt man sich bestätigt, dass sie stimmt. So entsteht ein Vorurteil.

Jeder Mensch ist anders, ist individuell! Man entdeckt in jeder Person individuelle Stärken und positive Eigenschaften - das kommt der Wirklichkeit näher, als wenn man sie mit einem Vorurteil in eine Schublade steckt! Doch selbst, wenn persönliche Erfahrungen den negativen Berichten widersprechen, wird die Speicherkarte in unserem Kopf nicht einfach gelöscht: Wir erkennen zwar bewusst, dass die Vorurteile nicht für alle stimmen, sie haben aber trotzdem weiterhin einen starken, oft unbewussten Einfluss auf unser Denken und Handeln.

Insbesondere wenn man gestresst ist oder sich angegriffen fühlt, denkt man „Typisch ...!

Fühlt sich die andere Person aufgrund unseres Vorurteils provoziert, kann die Situation leicht aus dem Ruder laufen. Vorurteile können eine Situation deshalb auch gefährlicher machen und Gewalt auslösen – ein Grund mehr, die Vorurteile nicht laut zu äussern.

Patronat
Autor/-in
Andi Geu