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Suizide sind ein seltenes Ereignis, Suizidversuche jedoch nicht und erst recht nicht suizidale Gedanken. Dennoch wird meistens nicht über dieses Thema gesprochen. Wir möchten mit feel-ok.ch dazu beitragen, das Schweigen über das Thema zu durchbrechen.

Der Begriff Suizid (Selbsttötung) kommt aus dem Lateinischen. Er leitet sich von den Ausdrücken „sui cadere" (sich töten) oder „sui cidium" (Selbsttötung) ab.

Wir verwenden bewusst die Begriffe Selbstmord und Freitod nicht, da der Suizid keine kriminelle Handlung wie ein Mord ist. Zudem erfolgt ein Suizid nur ganz selten ‚frei', bei klarem Bewusstsein und nach reiflicher Überlegung.

Suizid ist (k)ein seltenes Ereignis

  • Jährlich suizidieren sich in der Schweiz etwa 1'000 Männer und 400 Frauen.
  • Auf eine Generation oder einen Geburtsjahrgang hochgerechnet sterben in der Schweiz etwa 1% der Menschen an Suizid: Nach Geschlecht unterteilt: etwa 0.5% der Frauen und 1.5% der Männer jedes Jahrgangs.
  • 10-15% der Menschen unternehmen im Laufe ihres Lebens einen Suizidversuch.
  • Etwa 50% der Menschen geben in Befragungen an, im Laufe des Lebens an einen Suizid oder Suizidversuch gedacht zu haben.
  • Die Suizidrate ist bei Männern höher als bei Frauen, bei älteren Menschen höher als bei jüngeren; beim Suizidversuch und bei Suizidgedanken ist es genau umgekehrt.

Suizidalität bei Jugendlichen

Bei Jugendlichen, die Suizid begehen, stehen sehr oft vorübergehende Krisen (schlechte Noten, Trennung von Freund oder Freundin) als Auslöser von Kurzschlusshandlungen (geschätzt: 25-35% aller Suizide) im Vordergrund.

Ein grosser Teil der Suizide (geschätzt: 50–60%) hängt von Entscheidungsprozessen ab, die sich vor dem Hintergrund anhaltenden Leidensdrucks abspielen (typischerweise auf Grund psychischer Störungen, wie z. Bsp. einer Depression).

Hingegen ein von langer Hand vorbereitetes, gezieltes Handeln liegt nur einem kleinen Teil der Suizide – den so genannten Bilanzsuiziden – zugrunde (geschätzt: 10-15%).