Herkunft und Vorurteile

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Wenn man sich nicht willkommen fühlt

Wer häufig mit Vorurteilen und Diskriminierung konfrontiert wird, fühlt sich in der Gesellschaft nicht willkommen. Das ist schmerzhaft – und hinterlässt meistens Spuren...

Yassine Chikhaoui ist ein Fussballer aus Tunesien, der seit 2007 für den FC Zürich spielt. Er ist bekennender Muslim. In einem Interview mit dem Tagesanzeiger spricht er darüber, welche Gefühle die erlebten Vorurteile in ihm ausgelöst haben.

Wenn man die gleichen Vorurteile immer wieder hört, fängt man auch als Betroffene/-r an, sie für bare Münze zu nehmen. Das ist, wie wenn man einem Kind immer wieder sagt, dass es dumm sei. Irgendwann hat es die Botschaft verinnerlicht.

Es gibt dann drei typische Reaktionen:

  1. Man glaubt daran und gibt auf: „Ja, es stimmt, ich kann das nicht, ich bin zu dumm dafür!
  2. Man versucht, allen zu beweisen, dass man nicht dumm ist.
  3. Man findet die Gesellschaft dumm, die so etwas sagt.

In allen drei Fällen steckt man in der Falle: das Thema „Dummheit“ lässt einen nicht los!

Auch bei Migrant/-innen, die ja mit vielen Vorurteilen konfrontiert sind, kann man diese drei Reaktionen beobachten:

  1. Einige geben auf und denken, dass sie hier keine Chance haben.
  2. Einige versuchen, schweizerischer als die Einheimischen zu werden.
  3. Und einige entwickeln eine Wut auf die Schweiz. Sie denken, dass sie eh nichts mehr zu verlieren haben. So kann Gewalt auch eine Reaktion auf Vorurteile sein.

Und das passiert so nicht nur bei Vorurteilen wegen der Herkunft und der Hautfarbe...

Patronat
Autor/-in
Andi Geu