Coronavirus

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Das Thema «Coronavirus» hat uns schon in März-Mai 2020 intensiv beschäftigt (siehe Archiv). Schön, dass wir uns eine Pause mit mehr Freiheit im Sommer gönnen konnten. Nun hat eine neue schwierige Phase begonnen: Aus diesem Grund nehmen wir das Thema «Corona» wieder auf. 

Letzte Aktualisierung: 27.10.2020 | 9:30

Wo wir stehen | Was passieren könnte | Was wir tun können und warum | Jetzt genügt es: Nur Angstmacherei! | Wann kommt die Impfung? | Schweizweite Massnahmen | Tipps und Tricks | Wie hoch ist die Sterblichkeit bei Covid19?

Sich gegen das Coronavirus schützen

Wo wir stehen

Die Anzahl neuer Infektionsfälle und Spitalantritte steigt schnell. Die neuen Infektionen betreffen sämtliche Altersstufen in der ganzen Schweiz.

Aus der Praxis stellt man fest, dass es im privaten Bereich, aber auch im Amateur-Sportbereich relativ viele Ansteckungen gegeben hat. Man hat im Sommer hier und dort einen Fall gehabt, hier und dort einen kleinen Herd, und plötzlich sind seit Ende September diese Herde wie zusammengeflossen. Das Phänomen zeigt, dass einige durchschaubare Fälle schnell und plötzlich zu einem grossen Herd und zu einer ernsten Situation führen können.

Was passieren könnte

Zurzeit (Mitte Oktober 2020) stecken 100 infizierte Personen weitere 150 Personen. Dies hat als Folge, dass (etwa) jede Woche eine Verdoppelung der Anzahl Ansteckungen zu erwarten ist, wenn keine wirksame Schutzmassnahmen eingesetzt werden (Schweizweite Massnahmen). Ohne wirksame Massnahmen würde das daraus resultierende Szenario für die kommenden Wochen so aussehen:

  • Woche 1: 3'000 Fälle pro Tag 
  • Woche 2: 6'000 Fälle pro Tag
  • Woche 3: 12'000 Fälle pro Tag
  • Woche 4: 24'000 Fälle pro Tag
  • Woche 5: 48'000 Fälle pro Tag
  • Woche 6: 96'000 Fälle pro Tag (jetzt hätten wir die Grenze von 1 Millionen angesteckten Personen überschritten).
  • ...

Ein solches Szenario würde zu deutlich mehr Hospitalisationen führen und die Spitäler überlasten. Zwar sind die Spitäler besser bereit, die Covid19-Krise zu bewältigen als dies im März 2020 der Fall war und sicher haben wir ein ausgezeichnetes medizinisches Versorgungssystem; allerdings kann man nicht davon ausgehen, dass die Spitäler jede Krise bewältigen können.

Wenn die Aufnahmekapazität der Spitäler überschritten wird, würde man die Menschen nicht mehr behandeln können, die eine Behandlung (wegen Covid 19, einem Herzinfarkt, Krebs oder anderer lebensgefährdenden Krankheiten) benötigen: Eine bedrückende Vorstellung für die Patienten*innen und für ihre Familienangehörigen.

Selbstverständlich kann man gegen obige Berechnung argumentieren, dass irgendwann eine Herdimmunität die Bevölkerung schützen und diese die Verbreitung der Krankheit verlangsamen würde. Das ist korrekt. Aber noch sind wir nicht soweit, dass wir auf die Herdimmunität zählen können, um eine Überlastung der Spitäler zu vermeiden.

Was wir tun können und warum

Wir haben einen entscheidenden Vorteil gegenüber der Situation in Frühling 2020: Wir wissen und verstehen jetzt viel besser, welche Schutzmassnahmen gegen das Coronavirus wirken. Diese Massnahmen wirken allerdings nur, wenn die grosse Mehrheit der Bevölkerung sie konsequent anwendet, und zwar nicht nur, wo dies behördlich verordnet wird, sondern überall, wo dies möglich und verkraftbar ist.

Diese Schutzmassnahmen wirken, aber keine davon ist 100% sicher. Deswegen sind alle Massnahmen wichtig.

Abstand halten

Warum Abstand halten?

Weil sich das Virus in den kleinen Partikeln befindet, die man in die Luft verbreitet, wenn man redet, singt und sogar, wenn man ausatmet. Und je länger man in der Nähe von jemandem ist, der infektiös ist, desto grösser ist die Ansteckungswahrscheinlichkeit für den/die Empfänger*in.

Leider sind Menschen bereits ein paar Tage, bevor sich Symptome zeigen, ansteckend. Wer gesund wirkt, fröhlich ist und sich stark fühlt, kann trotzdem das Virus in sich tragen und verbreiten. Deswegen sollte man in den kommenden Wochen, wenn immer möglich genügend Abstand zu sozialen Kontakten halten. Dies nicht nur im beruflichen, sondern auch im Freizeitbereich und im familiären Leben.

Können Abstände nicht eingehalten werden, dann sollte man spätestens jetzt eine Maske tragen, damit das Risiko einer Ansteckung minimiert wird.  

Maske tragen, wenn Abstandhalten nicht möglich ist.

Warum die Maske tragen?

Weil die Maske die infektiösen Partikel zurückhält, wenn man spricht, singt und wenn man ausatmet. Wichtig ist, dass sowohl Mund wie Nase bedeckt sind, dass man die Maske nicht berührt, dass man sie regelmässig wechselt und dass man die Hände gut wäscht, wenn man die Maske angefasst hat.

 
Gründlich Hände waschen.

Warum sollte man sich die Hände waschen?

Weil Seifen und Desinfektionsmitteln das Coronavirus zerstören. So banal die Antwort klingt, so schwierig ist es, sich die Hände richtig zu waschen. Schnell sie mit ein bisschen Seife nass machen, genügt leider nicht. Wie man sich die Hände richtig wäscht, so dass die Hygiene auch etwas bringt, zeigt das Video.

Bei positivem Test: Isolation. Bei Kontakt mit positiv getesteter Person: Quarantäne.

Warum soll man in Quarantäne gehen, wenn man jemanden getroffen hat, der infiziert ist?

Weil auch wenn man selbst (noch) keine Symptome spürt, trotzdem schon andere Menschen anstecken und damit zur Verschärfung des Problems beitragen kann. Eine Weitergabe der Infektion kann man nur verhindern, wenn man den Kontakt mit anderen Menschen vermeidet.

Ebenso wenn man Symptome hat, die auf einer Covid19-Erkrankung hinweisen, sollte man sich präventiv isolieren, um die Verbreitung des Virus zu vermeiden.

Um Infektionsketten zu stoppen: SwissCovid App downloaden und aktivieren.

Warum sollte man die Covid-App herunterladen?

Damit man gewarnt wird, wenn man einen engen Kontakt mit einer infizierten Person hatte. Anschliessend kann man sich testen lassen und erfährt früh genug, ob man sich angesteckt hat. So kann man vermeiden, dass man Angehörige, Freunde*innen und Arbeitskollegen*innen ansteckt.

  • Infoline Coronavirus: +41 58 463 00 00

Jetzt genügt es: Nur Angstmacherei!

Einschränkungen der Freiheit werden von einem Teil der Bevölkerung als einen inakzeptablen Eingriff ins eigene Leben empfunden. Manche Unternehmen kämpfen aufgrund der aktuellen Situation und Massnahmen um ihre Existenz. Daher überrascht es nicht, dass es gegen die Schutzmassnahmen kritische oder ablehnende Positionen gibt.

Tatsächlich – wenn es um Corona geht – prallen unterschiedliche Interessen und Weltansichten mit voller Wucht aneinander. Ein Dialog ist schwierig, weil die Positionen verhärtet sind: Kaum jemand will die eigenen Überzeugungen in Frage stellen, die Arbeit verlieren… oder sterben.

Die Politik versucht nun aus den konfliktreichen Positionen eine Kompromisslösung durchzusetzen, die als Ziel hat, die Schäden für Gesundheit und Wirtschaft zu minimieren. Dazu gehört die konsequente Umsetzung der Schutzmassnahmen und gleichzeitig die Vermeidung eines erneuten Shutdowns; dies bis uns eine Impfung von den schweren Folgen des Virus befreit.

Schäden minimieren heisst allerdings nicht Schäden verhindern. Das Coronavirus ist unter uns, egal welche Entscheidungen die Politik und die Bevölkerung treffen: Es wird Leute geben, die sterben. Es wird Leute geben, die die Arbeit verlieren. Es wird jene geben, die mit dieser Krise nicht klarkommen. Die nächsten Monate werden für die Gesellschaft eine belastende Herausforderung sein.

Wann kommt die Impfung?

Eine wirksame Impfung ist, was die Gesellschaft, das Gesundheitswesen und die Wirtschaft dringend braucht, um die Krise zu überwinden. Wenn eine genügend hohe Anzahl von Leuten geimpft ist, können die Verbreitung des Virus gestoppt oder mindestens die schweren Folgen des Virus verhindert werden. Eine Impfpflicht für alle ist hingegen nicht erforderlich.

Zurzeit sind mehrere Impfsubstanzen mit erfolgversprechenden Ergebnissen in Entwicklung. Ein Verfügbarkeitsdatum ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt, denn Rückschritte in der Forschung können nicht ausgeschlossen werden. Allerdings weisen mehrere Fachpersonen darauf hin, dass im Verlauf vom Jahr 2021 erste Impfstoffe gegen das Coronavirus zur Verfügung stehen könnten.

  • Daher gilt jetzt: die Winterzeit durchhalten, während dieser Zeit sich und die anderen mit den bekannten Massnahmen schützen, soweit umsetzbar nicht nur das Gesundheitswesen schonen, sondern auch die Wirtschaft fördern.

Und vorwärtsschauen: Wahrscheinlich wird sich die Situation das nächste Jahr, ev. schon im Frühling, endlich entspannen.

Schweizweite Massnahmen

Bund und Kantone haben gemeinsam die Massnahmen gegen das Coronavirus verstärkt. Die Kantone können ihrerseits die Massnahmen in ihrer Region zusätzlich verstärken.

Seit 19. Oktober 2020 gilt schweizweit:

  • Eine ausgeweitete Maskentragpflicht:
    • im öffentlichen Verkehr
    • in Bahnhöfen, Haltestellen und Flughäfen
    • in Läden, Poststellen, Reisebüros
    • in Museen, Bibioltheken
    • in Restaurants, Bars, Clubs,
    • in Sportanlagen (Eingang und Garderobe)
    • in Kinos, Theater, Konzertlokalen
    • in Arztpraxen, in Spitälern
    • in religiösen Einrichtungen
    • in Verwaltungen (wenn öffentlich zugänglich)
  • Versammlung und Veranstaltungen:
    • Spontane Ansammlungen von mehr als 15 Personen im öffentlichen Raum sind verboten.

  • Für Veranstaltungen im Familien- und Freundeskreis mit 16 bis 100 Personen gilt:
    • Maskentragpflicht
    • Kontaktdaten erheben
    • Konsumation nur sitzend
  • Sitzpflicht in Gastrobetrieben:
    • In Restaurants, Bars, Clubs und Tanzlokalen dürfen Essen und Getränke nur sitzend konsumiert werden (drinnen und draussen).
       
  • Homeoffice-Empfehlung:
    • Verbindliche Empfehlung, wenn möglich zuhause aus zu arbeiten.


Bund verstärkt Massnahmen gegen das Coronavirus
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Tipps und Tricks von Partnerorganisationen

Unsere Partnerorganisationen haben zahlreiche Empfehlungen und Ideen gesammelt, die helfen, diese schwierige Zeit besser zu überwinden.

Wie hoch ist die Sterblichkeit bei Covid19?

Über diese Frage wird seit Monaten heftig debattiert, denn in der Sterblichkeit bündeln sich verschiedenen Ansichten darüber, wie schlimm die Pandemie ist und welche Schutzmassnahmen es braucht.

Doch die korrekte Bestimmung der Sterblichkeit ist schwieriger als man denken könnte. Im Prinzip muss man ‘nur‘ die Anzahl der Menschen, die in einem Land an Covid19 gestorben sind durch die Anzahl all jenen dividieren, die mit dem Virus angesteckt waren. Das klingt simple, aber bei der Bestimmung beider Zahlen können leicht Fehler passieren, sagt Andrew Azman von Genfer Universitätsspital.

  • Beispiel Anzahl Covid-Tote
    Vielerorts würden nur jene Fälle gezählt, die offiziell an Covid19 gestorben seien. Aber oft würden Menschen, die in Altersheimen oder zu Hause gestorben seien, nicht getestet und tauchen daher in den Berechnungen nicht auf. Dadurch wird die Sterblichkeit unterschätzt.

  • Auch die Bestimmung aller Infizierten ist nicht trivial.
    Forscher*innen benutzen dafür Antikörper-Test, aber diese hätten eine bestimmte Fehlerrate, sagt Andrew Azman. Man müsse die Testergebnisse mit statistischen Methoden korrigieren, dies werde aber nicht immer korrekt gemacht. Dazu kommt, dass man in einer Region nicht alle Menschen testen kann: Die Forscher*innen wählen stattdessen eine Stichprobe aus oder nutzen Daten von anderen Untersuchungen: u.a. aus Screening oder von Blutspenden. Allerdings sind solche Stichproben nicht unbedingt repräsentativ. Zum Beispiel hat sich in England gezeigt, dass unter Blutspender*innen deutlich mehr Menschen eine Corona-Infektion durchgemacht haben als Menschen aus einer repräsentativen Stichprobe der Gesamtbevölkerung.   


Viele Studien, die die Sterblichkeit von Covid19 abschätzen, tun dies, indem sie viele einzelne Sterblichkeitsstudien aus verschiedenen Regionen kombinieren und miteinander verrechnen. So hat es auch der Stanford-Professor John Ioannidis in seiner viel beachteten Studie getan, indem er eine Sterblichkeit von ‘nur’ 0.2% bis 0.3% berechnet hat. Allerdings hat John Ioannidis viele Studien einbezogen, die mit den vorher beschriebenen Fehlern behaftet seien, kritisiert Andrew Azman, und berechnet so eine deutlich tiefere Sterblichkeit als in vielen anderen Studien mit rigoroseren Qualitätskriterien: Die meisten dieser Studien sehen die Sterblichkeit nicht bei 0.2-0.3% wie Ioannidis, sondern bei 0.5% bis 1%.

Ein Durchschnittswert verschleiere allerdings die grossen Unterschiede zwischen den Altersgruppen und ist deswegen wenig aussagekräftig für die Betroffenen. Der Sterberisiko für Junge unter 50 Jahre ist sehr klein, aber für schon etwas Ältere sei sie nicht zu unterschätzen.

  • Die Genfer Studie von Andrew Azman ergab für 50- bis 64-Jährige mit 0.14% eine deutlich erhöhte Sterblichkeit gegenüber den 20- bis 49-Jährigen (0.0016%: Quelle).
  • Und gemäss einer anderen Studie liegt die Sterblichkeit bei 65-Jährigen bei 1.4%,
  • bei den 75-Jährigen bereit bei 4.6%
  • und bei den 85-Jährigen bei 15% (Quelle: Echo der Zeit von 22.10.2020). 

Quellen

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