G | Selbstkritisches Denken

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Inhalt

F2 | 240° Grad

Ziel

Mögliche Folgen für die Interpretation des Geschehens, wenn man über unvollständige Informationen verfügt und Möglichkeiten der Perspektivenerweiterung besprechen.

Einsatz

Einsatz
  • Für jede Überraschungsaufgabe wird mitgeteilt, ob ihre Durchführung «einfach», «mittel» oder «schwierig» ist. Der Schwierigkeitsgrad bezieht sich auf die Durchführung und nicht darauf, ob die Übung für die Teilnehmer*innen einfach oder schwierig ist.

    Sie erfahren, für welche Altersgruppe und für wie viele Jugendliche die Aufgabe geeignet ist (TN = Teilnehmende) und wie lang sie dauert.

    Unter «Einsatz» erfahren Sie zudem, welche Kompetenzen des Lehrplans 21 damit anvisiert werden, Sie können die Materialien herunterladen, die für diese Überraschungsaufgabe notwendig sind, Sie erfahren, wie viele Personen für diese Übung die Gruppenleitungsrolle übernehmen und Sie werden auf die Seite verwiesen, die beschreibt, welche Haltung wir im Rahmen von Abenteuerinsel empfehlen.

    | Einfach | Ab 12 J. | 7-30 TN | 10-20 min
  • Lehrplan 21: Personale und soziale Kompetenz
  • Materialien: Word-Dokument herunterladen | PDF-Dokument herunterladen (oder Bild 1 bis Bild 6 als Zip-Datei) | Für den Projektor | Schatzkarte
  • Beteiligte: Eine Leitungsperson und 6 Assistenten*innen
  • Über Abenteuerinsel: Haltung | Für Schulen | Für die Jugendarbeit

PDF

Die PDF-Datei «240° Grad» besteht aus 6 Bildern (Seite 1 bis 6), die Sie für die Übung mit einer Schere oder mit einer Schneidemaschine ausschneiden können (als Alternative können Sie die 6 Bilder als ZIP-Datei herunterladen und drucken). Die Seite 7 der PDF-Datei enthält Fragen, die Sie für die Übung verwenden können, die Seite 8 zeigt das vollständige Bild (Sie brauchen es, falls Ihnen kein Projektor zur Verfügung steht), die Seiten 9 und 10 bieten Anregungen für die abschliessende Diskussion.

Beschreibung

Eine junge Person bekommt die Leitungsrolle. Sie wählt 6 Assistenten*innen aus. 

Vorbereitung

Verteilung der Assistenten

3 Assistenten*innen verteilen sich vor und 3 Assistenten*innen verteilen sich hinter der Leitungsperson, so wie auf der Zeichnung abgebildet.

Sobald alle Beteiligten die richtige Position haben, darf die Leitungsperson weder Kopf noch Körper bewegen. Was sie drehen kann, sind die Augen. Daraus ergibt sich für die Leitungsperson ein Blickfeld von max. 240 Grad.

Jetzt können Sie die 6 Bilder verteilen. Jede*r Assistent*in bekommt ein Bild. Die Bilder 1, 2 und 3 kann die Leitungsperson gut sehen, weil sich diese vor ihr befinden.

Mit den Bildern 4, 5 und 6, die sich hinter der Leitungsperson befinden, sollten sie geschickt umgehen, damit diese von ihr nicht gesehen werden. Wenn die Leitungsperson merken würde, welchen Inhalt die Bilder 4 bis 6 haben (vor allem das Bild 5), wäre der Nutzen der Übung in Frage gestellt.

Durchführung

Icon Anmerkung
  • Der Auftrag der Leitungsperson besteht darin, das Bild so detailliert wie möglich zu beschreiben. Ebenso zu beschreiben, was in diesem Bild besonders ist, welche Handlung dargestellt wird.
  • Die junge Person darf dabei den Kopf nicht bewegen. Sie muss trotzdem versuchen - so gut wie es geht - das Gesamtbild zu beschreiben. Was sie nicht sieht, muss sie erahnen. 

Sie können dabei mit Fragen helfen (siehe PDF-Datei ab Seite 7), wie

  • «Was siehst du?»,
  • «Was denkst du passiert in dieser Wohnung?»,
  • «Würdest du dich in dieser Wohnung wohl fühlen? Warum, ja? Warum, nein?».
  • «Was würdest du jetzt in dieser Wohnung tun?»,
  • «Was würdest du ändern?» usw.
     

Die relevante Information des Bildes befindet sich in der Position 5, das heisst hinter der Leitungsperson. Und dieses Bild kann sie unmöglich sehen, ohne Kopf und Körper zu drehen. Falls doch, würde sie merken, dass ein Mann in der Wohnung einen Fernseher stiehlt, was der ganzen Szene eine neue Bedeutung verleiht.

Icon Idee
  • Ganz geschickt ist die Leitungsperson, wenn sie eine*n Assistenten*in fragt, was das hintere Bild darstellt. Wenn sie das tut, können Sie ihr für den geschickten Einfall gratulieren.
  • Wenn sie das nicht tut, können Sie im Verlauf der Übung die Option vorschlagen, die Assistenten*innen um Hilfe zu bitten, um mehr Informationen zu erhalten.

Abschluss

Icon Finale Diskussion
  • Am Ende der Übung können Sie entweder das Bild projizieren oder die 6 Assistenten*innen bitten, das Gesamtbild von 1 bis 6 zu zeigen. 
  • Anschliessend können Sie die Leitungsperson fragen, wie sie diese Aktivität erlebt hat und welche Erkenntnisse sie daraus gewinnt.
  • Dann fragen Sie alle Anwesenden, was ihrer Meinung nach mit dieser Übung bezweckt wurde oder ob sie etwas daraus gelernt haben.

Zur detaillierten Zweckbeschreibung der Übung (für die Kurzfassung hier klicken): Oft interpretiert man Situationen, trifft man Entscheidungen oder handelt man, ohne alle relevanten Informationen zu haben. Dadurch, dass man andere Menschen um Hilfe bittet, kann man versuchen, die eigene Perspektive zu erweitern. Denn jede Person, egal wie schlau, klug und ausgebildet sie ist, kann die Realität nicht in einem Winkel von 360° (= in jeder Richtung) betrachten.

Jede Person ist in der eigenen ‘Wahrheit’ gefangen, aufgrund der Kenntnisse, über die sie verfügt, aber auch aufgrund der eigenen Geschichte, Kultur, Werten und sozialen Beziehungen. Zu akzeptieren, dass es mehr gibt, als man zu wissen glaubt oder von dem man überzeugt ist, hilft, die eigene Wahrnehmung zu erweitern. Und dabei ist man auch auf die Hilfe anderer Menschen hingewiesen.

Selbstverständlich sollte eine gewisse kritische Haltung nicht zu kurz kommen. Längst nicht alles, was andere erzählen, ist korrekt. Zum Beispiel könnte jemand betreffend Bild 5 falsche Hinweise geben, z.B. wenn er*sie dadurch einen Vorteil hat. Das heisst: Im Leben sollte man Informationen, die man von anderen Menschen bekommt, kritisch abwägen (aufgrund von Fragen wie: Wer vermittelt die Information? Woher weiss er*sie das? Was ist seine*ihre Absicht? Hat er*sie Vorteile, wenn er*sie mir falsche Hinweise gibt? Usw.). Trotzdem kommt man bei der Lösung einer Aufgabe oft erst vorwärts, wenn man anderen zuhört und ihre Sichtweise für die Interpretation des gesamten Bildes berücksichtigt.


Kurzfassung

Wie Sie lesen können, kann das Ziel dieser Übung sehr weit reichen. Wir empfehlen Ihnen allerdings keine lange Rede zu halten. In erster Linie ist relevant, wie die Jugendlichen diese Übung interpretieren und wie weit sie bereit sind, daraus Erkenntnisse für sich zu ziehen.

Am Ende können Sie sagen:

Icon Ziel
  • Niemand weiss Alles und niemand versteht Alles. Wenn man andere Personen bittet, zu erzählen, was sie sehen oder was sie denken, kann dies helfen, vom Ganzen etwas mehr zu sehen und sich vielleicht so für bessere Lösungen entscheiden.

  • Wie in diesem Bild: Sobald man erfährt, dass ein Dieb den Fernseher stiehlt, ist die bessere Entscheidung, die Polizei zu rufen, anstatt sich bequem hinzusetzen und TV zu schauen.

Die befragte Person bekommt 4 Punkte für die Anstrengung und die Assistenten*innen 2 Punkte für die Mitwirkung. Falls die Gruppe rege diskutiert hat, können Sie allen Anwesenden 2 Punkte geben.

Erfahrungen

Bei dieser Übung müssen Sie sicherstellen, dass die Leitungsperson weder den Körper noch den Kopf bewegt, bevor die Assistenten*innen das Bild bekommen. Wir haben schon die Erfahrung gemacht, dass wir dabei zu wenig konsequent waren. Was dazu geführt hatte, dass auch die Bilder 4 bis 6 marginal gesehen wurden. Und schon mussten wir die Übung als gescheitert beenden.

Die Übung selbst ist sonst in der Ausführung ziemlich einfach. Es geht darum zu beschreiben, was man sieht. Offen ist, welche Erkenntnisse die Jugendlichen daraus ableiten. Wir haben junge Menschen getroffen, bei denen die Übung ein Aha-Erlebnis ausgelöst und zu spannenden Diskussionen geführt hat.

Aber wir haben auch mit Jugendlichen gesprochen, die nicht verstanden haben, was mit der Perspektivenerweiterung gemeint ist und die Übung irgendwie als doof abgestempelt haben. Das Bild ist stellvertretend für die Realität, das eingeschränkte Blickfeld repräsentiert die Unmöglichkeit die Realität von jeder Seite zu betrachten. Jugendliche, die denken: «Man muss sich nur drehen und dann sehe ich das gesamte Bild», zeigen, dass Sie Schwierigkeiten haben, die Übung als Metapher für die Wahrnehmung der Realität zu verstehen. Und wenn das Verständnis für die Metapher fehlt, ist es schwierig, Sinn und Zweck dieser Übung zu begreifen.

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Start


Ich bin, ich kann, ich sollte

Lebenskompetenzen im Gepräch. Mit diesen 5 Videoclips erleben Sie mit den Jugendlichen den normalen verrückten Alltag eines Heranwachsenden und leiten eine spannende Diskussion ein.

Selbstwahrnehmung

Die Jugendlichen wissen, wer sie sind, welche Stärken und Schwächen sie haben, was für sie gut oder schlecht ist und können erreichte Ziele als eigene Leistung bewerten.

Achtsamkeit

Die Jugendlichen erleben bewusst, was sie fühlen, was sie denken, was sie wahrnehmen und akzeptieren sich selbst und ihr Leben, so wie es ist.

Gefühlswahrnehmung

Die Jugendlichen wissen, wie sie sich fühlen, warum sie bestimmte Gefühle erleben und wie sie ihre Gefühle mit verschiedenen Begriffen nennen können.

Beziehungsfähigkeit

Die Jugendlichen können gut mit den Kollegen*innen zusammenarbeiten, eigene Anliegen kommunizieren und die Bedürfnisse anderer Menschen ernst nehmen. Sie können zudem Freundschaften schliessen, pflegen, beenden sowie Wünsche von anderen ablehnen.

Kritisches Denken

Die Jugendlichen sind sich bewusst, dass verfälschte, unkorrekte, ungenaue oder falsch interpretierte Inhalte zirkulieren. Sie wissen, wie man sie erkennt und wie man damit umgehen kann.

Selbstkritisches Denken

Die Jugendlichen sind bereit, eine Meinung oder eine Überzeugung zu revidieren, wenn sie neue Erkenntnisse gewinnen, die dagegensprechen. Sie sind auch bereit, ihre Grenzen zu erkennen, um Selbstüberschätzung zu vermeiden.

Stressbewältigung

Die Jugendlichen merken, ob sie gestresst sind und kennen problemlöseorientierte / emotionsregulierende Strategien, um damit umzugehen.

Entscheidungen treffen

Die Jugendlichen sind bereit und fähig, Entscheidungen zu treffen (auch unter Druck), Vor- und Nachteile für sich und für andere abzuwägen und die Handlung danach auszuführen.

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