Praxisbeispiele

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Niels (14)

Niels verbringt viel Zeit mit Online-Spielen. Seine Leistungen in der Schule lassen nach. Spannungen mit seinen Eltern gehören zum Alltag.

«Ich heisse Niels und bin 14. Wenn ich nach der Schule nach Hause komme, schalte ich als erstes meinen Computer ein und logge mich in die Online-Spielwelt ein. Ich bin froh, wenn meine Eltern nicht zu Hause sind, dann werde ich nicht mit Fragen belästigt, brauche nichts zu sagen und nichts zu erklären. Mit Freunden verabrede ich mich nicht gerne im Voraus, das kann ich jederzeit und schnell per SMS tun, wenn ich es will. Das ist mir lieber.

Schon mit der ersten Nachmittagslektion sehne ich mich nach meinen eigenen vier Wänden und nach der Online-Spielwelt, wo ich immer neue Entdeckungen machen kann. Bis zum Abendessen am Familientisch – da muss ich halt hin – bin ich mit Spielen beschäftigt. Nach dem Essen geht es dann weiter. „Am Bildschirm hängen", so nennen das meine Eltern. Ich liebe es halt, mit meinen Mitspielern zusammen gegen virtuelle Kreaturen zu kämpfen. Und ich habe einen Riesenspass, wenn es mir gelingt, mich im Rang Stufe für Stufe nach oben zu arbeiten.

Natürlich kommt es immer wieder zu Streitereien mit meinen Eltern. Sie werfen mir vor, es gebe für mich nichts andere als diese Online-Spielwelt. Sie haben kein Verständnis für meine Leidenschaft. Sie machen sich Sorgen, wissen aber nicht, wie weiter, nachdem sie es mit Einschränkungen und Verboten erfolglos probiert haben.

Einiges, was sie sagen stimmt schon, auch meine Leistungen in der Schule haben sich verschlechtert.» (Weiter)

Patronat
Autor/-in
Silvio Sgier