Wenn die Liebe weh tut

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Einem Freund oder einer Freundin helfen

Wer in einer Beziehung schlecht behandelt wird, hat Schwierigkeiten, sich jemandem anzuvertrauen: Aus Angst, als Versager/Versagerin dazustehen, aus Angst vor Vorwürfen, blossgestellt zu werden oder aus anderen Gründen.

Jugendliche wenden sich bei Problemen in der Liebesbeziehung noch am ehesten an eine gute Freundin oder an einen guten Freund.

Falls ein guter Freund oder eine gute Freundin dir anvertraut, dass er oder sie in der Beziehung Gewalt erlebt und schlecht behandelt wird, hin- und hergerissen ist, leidet und nicht weiss, was tun, kannst du ihm oder ihr am besten so helfen:

  • Höre zu und glaube ihr / ihm
  • Sichere ihr / ihm zu, dass du ihre / seine Geschichte vertraulich behandelst.
  • Sage ihr / ihm, dass es nicht richtig ist, was sie / er erlebt.
  • Sage ihr / ihm, dass man für die Gewalttaten eines anderen Menschen nicht verantwortlich ist. Niemand verdient es, erniedrigend behandelt zu werden.
  • Ermutige die Person, für sich zu sorgen und sich zu schützen.
  • Informiere dich über Adressen von Beratungsstellen und ermutige die betroffene Person, Hilfe zu suchen.
  • Unterstütze sie / ihn dabei, die eigenen Entscheidungen zu treffen.
  • Respektiere es, wenn sie / er (noch) nicht bereit ist, etwas zu unternehmen. Sichere deine Unterstützung trotzdem zu.
  • Begleite sie / ihn zur Beratungsstelle oder zur Polizei, wenn sie / er das möchte.
  • Hole dir selbst Hilfe bei einer erwachsenen Person, wenn dich die Geschichte zu stark belastet.
  • Wenn die Person in grosser Gefahr ist, solltest du die Polizei verständigen. Notfalls auch gegen ihren Willen.

Wenn du beobachtest, dass in deinem Freundeskreis jemand seine Freundin oder seinen Freund abschätzig behandelt oder wenn du von einem Freund oder einer Freundin erfährst, dass er oder sie Gewalt ausübt, kannst du folgendes tun:

  • Sage ihm oder ihr ruhig und klar, dass Gewalt nie okay ist, ob mit Worten oder mit Taten.
  • Versichere, dass du sie oder ihn als Person respektierst, dass du aber sein oder ihr Verhalten ablehnst.
  • Ermutige sie oder ihn, über sein oder ihr Verhalten nachzudenken und sich Unterstützung zu suchen.
Patronat
Fachstelle für Gleichstellung - Stadt Zürich
Quelle/n
Moderationshandbuch Herzsprung
Autor/-in
Martha Weingartner
Revisor/-in
Zora Buner