Sage auch mal Nein

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Verkaufsstrategien

Verkäufer/-innen versuchen, uns Produkte zu verkaufen, die wir gar nicht brauchen. Folge davon können sein: Geldschulden oder Probleme mit den Eltern.

Wir erklären dir, welche Strategien verwendet werden, um deine Kaufbereitschaft zu erhöhen und wie du Nein sagen kannst.

Markenjeans und Accessoires

In einer angesagten Boutique hast du eine absolut göttliche Markenjeans gesehen. Sie ist jedoch sehr teuer, und du beschliesst zu sparen. Ein paar Tage später entdeckst du in einem 'No-Name'-Geschäft eine beinahe identische Jeans. Der einzige Unterschied besteht darin, dass die Jeans aus dem 'No-Name'-Geschäft nicht von der angesagten Marke ist. Ausserdem kostet sie nur halb so viel. Welche Jeans kaufst du dir? 

Nehmen wir an, du entscheidest dich für die teure Boutique und kaufst dir die tolle Markenjeans. Die Verkäuferin zeigt dir zu den Jeans einen passenden Gurt, einen Schal und eine Tasche zum halben Preis. Kaufst du diese Dinge gleich auch noch mit ein?

Ist teuer besser?

Viele Menschen würden die Jeans in der teuren Markenboutique kaufen, auch wenn sie beinahe dieselbe ist wie jene aus dem 'No-Name'-Geschäft. Dem liegt die nicht immer zutreffende Annahme zugrunde, dass, was teuer und von einer angesagten Marke ist, gleichzeitig auch besser sein muss.

Kontrast - Eine machtvolle psychologische Strategie

Viele Menschen würden neben den teuren Jeans auch noch den Gurt, den Schal und eine Tasche zum halben Preis kaufen.

Die Erklärung dazu 

  • Es ist wie wenn du einen schweren Gegenstand trägst. Wenn du danach etwas Leichtes trägst, hast du den Eindruck, dass dieses Objekt noch leichter ist als es in Wirklichkeit ist. 
  • Oder: Wenn du deine Hand unter das kalte und danach unter das warme Wasser hältst, fühlt sich das warme Wasser wärmer an als es tatsächlich ist. Versuche es!

Dieses Phänomen wird in der Psychologie als Kontrast bezeichnet, das heisst: Wir beurteilen ein Produkt unterschiedlich, abhängig davon, welches Produkt wir als Alternative oder welches Produkt wir unmittelbar vorher gekauft haben.

Kleider- und andere Geschäfte machen sich diesen Mechanismus zu Nutze und versuchen, zuerst die teuren Sachen zu verkaufen und danach zahlreiche Accessoires. Wenn du nämlich z.B. schon CHF 100 Franken (für die Jeans) ausgegeben hast, ist die Hemmschwelle kleiner, weitere CHF 20 oder 30 auszugeben (z.B. für den Gurt, einen Schal oder eine Tasche).

Kaufen mit Köpfchen

Versuche, vor dem Betreten eines Geschäfts zu überlegen, was du brauchst und wie viel Geld du ausgeben willst.

Prüfe, ob die teure Ware, die du vor dir hast, ihren Preis auch wirklich wert ist. Manchmal lohnt es sich, in anderen Geschäften einen Preisvergleich zu machen.

Beobachte, wie Rabatte auf dich wirken. Wenn du das verbilligte Produkt in deinen Einkaufskorb legst, frage dich nochmals: Brauche ich das Produkt wirklich? Lohnt der Preisabschlag den Kauf? Würde ich das Produkt ebenfalls wollen, wenn es nicht verbilligt wäre?

Kaufe nicht nur mit dem Gefühl oder „aus dem Bauch heraus", sondern auch mit dem Kopf. Schliesslich willst du ein gutes Geschäft machen und es nicht dem Verkäufer/der Verkäuferin überlassen!

Wenn du so Geld sparst, kannst du es für etwas anderes brauchen. Etwas, was du wirklich brauchst!