A | Selbstwahrnehmung

Inhalt

A2 | Glückliche Smileys

Ziel

Der eigenen Wahrnehmung und Beurteilungsfähigkeit trotz Gruppendruck vertrauen. Umgang mit Gruppendruck reflektieren.

Einsatz

Einsatz
  • Für jede Überraschungsaufgabe wird mitgeteilt, ob ihre Durchführung «einfach», «mittel» oder «schwierig» ist. Der Schwierigkeitsgrad bezieht sich auf die Durchführung und nicht darauf, ob die Übung für die Teilnehmer*innen einfach oder schwierig ist.

    Sie erfahren, für welche Altersgruppe und für wie viele Jugendliche die Aufgabe geeignet ist (TN = Teilnehmende) und wie lang sie dauert.

    Unter «Einsatz» erfahren Sie zudem, welche Kompetenzen des Lehrplans 21 damit anvisiert werden, Sie können die Materialien herunterladen, die für diese Überraschungsaufgabe notwendig sind, Sie erfahren, wie viele Personen für diese Übung die Gruppenleitungsrolle übernehmen und Sie werden auf die Seite verwiesen, die beschreibt, welche Haltung wir im Rahmen von Abenteuerinsel empfehlen.

    | Mittelschwer | Ab 12 J. | 12-30 TN | 15 min
  • Lehrplan 21: Personale Kompetenz
  • Materialien: Word-Dokument herunterladen | PDF-Dokument herunterladen | Für den Projektor | Schatzkarte
  • Beteiligte: Eine Leitungsperson und die Gruppe
  • Über Abenteuerinsel: Haltung | Für Schulen | Für die Jugendarbeit

PDF

Die PDF-Datei «Glückliche Smileys» besteht aus drei Seiten. Wir empfehlen Ihnen, die ersten 2 Seiten zu drucken und danach mit einer Schere oder mit einer Schneidemaschine 24 rechteckige Elemente (12*2) auszuschneiden. Die dritte Seite ist ein Spickzettel, der die Phasen der Übung auflistet. 

Beschreibung

Eine junge Person übernimmt für diese Aufgabe die Leitungsrolle. Zu Beginn dieser Überraschungsaufgabe können Sie ihr mitteilen, dass es um «Mathematik» geht. Erwarten Sie dabei eine erste besorgte Reaktion.

Vorbereitung

In einem Rechteck werden 16 lächelnde und einige traurige Smileys dargestellt. Sie können das Bild mit den Smileys projizieren und / oder auf Papier verteilen.

Die Leitungsperson bekommt auf Papier folgende Instruktion:

Icon Instruktionen

«Im obigen Rechteck sind lächelnde und traurige Smileys. Deine Aufgabe besteht darin, die Anzahl lächelnder Smileys zu zählen und die traurigen Smileys zu ignorieren. Bist du bereit? Es geht los»

Sie wissen, welche Anleitung die Leitungsperson bekommt, weil oben rechts auf dem Zettel (siehe Pfeil) ein lächelnder Smiley erscheint:

16 glückliche Smileys
Anleitung für die Leitungsperson mit einem lächelnden Smiley.

Teilen Sie der Leitungsperson mit, dass sie sich Zeit nehmen soll, die Instruktionen genau zu lesen.

In der Zwischenzeit verteilen Sie den anderen Anwesenden auf Papier eine andere Version der Anleitung:

Icon Instruktionen

«Im obigen Rechteck sind 16 lächelnde Smileys. Aber: Wenn wir dich fragen, wie viele Smileys abgebildet sind, sagst du 15 und du sagst nicht 16. 15 ist die falsche Antwort, trotzdem sagst du 15… und gewinnst dabei Extrapunkte».

Sie wissen, welche Anleitung die anderen Jugendlichen bekommen, weil oben rechts auf dem Zettel (siehe Pfeil) ein neutraler Smiley erscheint. Wenn Sie die Methode in einer Schulklasse einsetzen, genügt es, wenn Sie pro Tisch eine Anleitung verteilen.

15 glückliche Smileys
Anleitung für die anderen Jugendlichen mit einem neutralen Smiley.

Nun fragen Sie, ob alle die Instruktionen verstanden haben, ob für alle die Aufgabe klar ist. Alle werden zustimmen.

Durchführung

Sie bitten jemanden aus der Gruppe laut zu sagen, wie viele Smileys er oder sie gezählt hat. Als Alternative können Sie die Leitungsperson beauftragen, die Anwesenden zu befragen.

Wenn die Gruppe mitmacht, sagen die Anwesenden die falsche Antwort, nämlich «15». Die gleiche Frage stellen Sie (oder die Leitungsperson) einer 2., 3., 4. und 5. Person. Weil alle immer die gleiche falsche Antwort geben, können Sie laut behauten: 

Icon Chat

«Ja, die Aufgabe scheint einfach zu sein. Es kommt immer die gleiche Antwort: 15.».

Nun schauen Sie die Leitungsperson an und fragen sie:

«Wie lautet deine offizielle Antwort?»

Wie wird die Leitungsperson mit dem Gruppendruck umgehen? Wird sie ihrer Wahrnehmung vertrauen und gegen die vorherigen Aussagen aus der Gruppe die richtige Antwort geben (16)? Oder wird sie sich dem Gruppendruck beugen (15)?

  • Wenn die Leitungsperson die richtige Antwort gibt (16), können Sie gratulieren. Es ist nicht einfach, Farbe zu bekennen, wenn alle dagegen steuern.
  • Wenn die Leitungsperson die falsche Antwort gibt (15), dann lüften Sie das Geheimnis mit der Erklärung, dass die anderen Teilnehmenden instruiert wurden, 15 zu sagen.

Abschluss

Icon Finale Diskussion
  • Fragen Sie anschliessend die Leitungsperson, wie sie sich dabei gefühlt, aber auch, was sie gedacht hat, als sie von den anderen die Zahl «15» als Antwort gehört hat, dies unabhängig davon, ob sie die richtige oder falsche Antwort gegeben hat.
  • Fragen Sie zudem, ob sie mit ihrer Reaktion zufrieden ist oder sie sich lieber anders verhalten hätte. Im zweiten Fall, wie sie dies in Zukunft bewerkstelligen könnte.
  • Dann fragen Sie alle Teilnehmenden, was ihrer Meinung nach mit dieser Übung bezweckt wurde.

Die Leitungsperson bekommt für die Teilnahme z.B. 4 Punkte. Wenn die anderen Jugendlichen überzeugend waren, bekommen sie z.B. 2 Punkte.

Erfahrungen

Manche Jugendlichen haben richtig Spass, mit Überzeugung die falsche Antwort zu geben. Andere fühlen sich dabei nicht ganz wohl, machen aber trotzdem mit. Das heisst: In der Regel kann man von der Klasse eine komplizenhafte Teilnahme erwarten.

Icon Gratulieren
  • Ausnahmen sind allerdings möglich: In diesem Fall sollte keine negative Reaktion die Folge sein.
  • Im Gegenteil: Wer sich weigert zu lügen, um z.B. eine*n Freund*in zu schützen, beweist starken Charakter. Und dies sollte anerkannt werden.

Ob die Leitungsperson die richtige oder die falsche Antwort gibt, hängt vermutlich davon ab, wie sicher sie sich im Umgang mit Gruppen fühlt und wie ausgeprägt ihr Bedürfnis nach sozialer Anerkennung ist. Aufgrund dieser Erfahrung kann sie reflektieren, welchen Einfluss die Gruppendynamik auf ihr Verhalten hat und ob sie sich dabei Veränderungen wünscht.

Hintergrundwissen

Diese Aufgabe kommt ursprünglich aus dem Konformitätsexperiment von Asch (1951), das zeigte, wie Gruppenzwang eine Person so zu beeinflussen vermag, dass sie eine offensichtlich falsche Aussage als richtig bewertet. Das Experiment wurde nicht mit Smileys, sondern mit Linien durchgeführt. Die Probanden passten sich bei etwa einem Drittel der Durchgänge trotz offensichtlicher Fehlentscheidung der Mehrheit an. Mehr Infos zum Konformitätsexperiment von Asch findet man auf Wikipedia «Konformitätsexperiment von Asch».

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Start


Ich bin, ich kann, ich sollte

Lebenskompetenzen im Gepräch. Mit diesen 5 Videoclips erleben Sie mit den Jugendlichen den normalen verrückten Alltag eines Heranwachsenden und leiten eine spannende Diskussion ein.

Selbstwahrnehmung

Die Jugendlichen wissen, wer sie sind, welche Stärken und Schwächen sie haben, was für sie gut oder schlecht ist und können erreichte Ziele als eigene Leistung bewerten.

Achtsamkeit

Die Jugendlichen erleben bewusst, was sie fühlen, was sie denken, was sie wahrnehmen und akzeptieren sich selbst und ihr Leben, so wie es ist.

Gefühlswahrnehmung

Die Jugendlichen wissen, wie sie sich fühlen, warum sie bestimmte Gefühle erleben und wie sie ihre Gefühle mit verschiedenen Begriffen nennen können.

Beziehungsfähigkeit

Die Jugendlichen können gut mit den Kollegen*innen zusammenarbeiten, eigene Anliegen kommunizieren und die Bedürfnisse anderer Menschen ernst nehmen. Sie können zudem Freundschaften schliessen, pflegen, beenden sowie Wünsche von anderen ablehnen.

Kritisches Denken

Die Jugendlichen sind sich bewusst, dass verfälschte, unkorrekte, ungenaue oder falsch interpretierte Inhalte zirkulieren. Sie wissen, wie man sie erkennt und wie man damit umgehen kann.

Selbstkritisches Denken

Die Jugendlichen sind bereit, eine Meinung oder eine Überzeugung zu revidieren, wenn sie neue Erkenntnisse gewinnen, die dagegensprechen. Sie sind auch bereit, ihre Grenzen zu erkennen, um Selbstüberschätzung zu vermeiden.

Stressbewältigung

Die Jugendlichen merken, ob sie gestresst sind und kennen problemlöseorientierte / emotionsregulierende Strategien, um damit umzugehen.

Entscheidungen treffen

Die Jugendlichen sind bereit und fähig, Entscheidungen zu treffen (auch unter Druck), Vor- und Nachteile für sich und für andere abzuwägen und die Handlung danach auszuführen.

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Wie beruhigt man sich, wenn man kurz vor dem Ausflippen ist?

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Was sagt das Gesetz über den Konsum von Cannabis?

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Es gibt Techniken zur Entspannung, die helfen, sich zu erholen.

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